Bärbel Rothhaar
 
zurück Geschichtspark ehemaliges Zellengefängnis Moabit
Spielgelände zum Thema „Schlüssel“, 2006


Der öffentliche Park, entworfen und gebaut vom Landschaftsplanungsbüro Glaßer und Dagenbach, befindet sich auf dem Gelände des ersten Zellengefängnisses auf deutschem Boden. Gebaut im 19. Jahrhundert, erlangte es traurige Berühmtheit als politisches Gefängnis, in dem auch Widerstandskämpfer während der Naziherrschaft inhaftiert und ermordet wurden.

Der Auftrag beinhaltete die Entwicklung eines Spielgeländes unter Mitarbeit von Anwohnern und Kindergruppen. Können wir überhaupt einen Spielplatz bauen auf einem solchen Gelände? Durch das vieldeutige Symbol des Schlüssels war es möglich, sich diesem schwierigen Thema zu nähern. Der Schlüssel kann einerseits ein Symbol für das Gefängnis sein („hinter Schloss und Riegel“), bietet andererseits aber auch Kindern die Möglichkeit freier Assoziation. Jedes Kind ist stolz, wenn es einen eigenen Wohnungsschlüssel bekommt als Vertrauensbeweis der Eltern. In der benachbarten Berliner Stadtmission werden Menschen betreut, die oft nach Jahren am Rande der Gesellschaft zum ersten Mal wieder einen eigenen Wohnungsschlüssel besitzen.

Drei permanente Installationen wurden entwickelt:
- Eine Sitzmauer mit Schlüsselabdrücken in keramischen Reliefs,
- eine Kletterwand mit bunten Schlüsselsymbolen als Kletterelemente,
- und Schlüsselloch-Formen als Pflanzbeete und Sandkasten.

Der Geschichtspark gewann den Deutschen Landschaftsarchitekturpreis 2007.

Mitarbeiter: Timo Klöppel (Holzarbeiten), John Campbell (Maurerarbeiten), Christiane Keppler (Wortarbeit). Mit Beteiligung von Kindern des Kinderhofs, K3 und Zille-Haus in Berlin-Moabit, Anwohnern und der Berliner Stadtmission
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